Nachdenken über Literatur


Dr. Wilfried Noetzel
Schillers ästhetische Erziehung zur Republikfähigkeit.

Wenn die Wahrheit im Streit mit den Kräften den Sieg erhalten soll,
so muss sie selbst erst zur Kraft werden und zu ihrem Sachführer
im Reich der Erscheinungen einen Trieb aufstellen; denn Triebe
sind die einzigen bewegenden Kräfte in der empfindenden Welt.
(Schiller, Werke, a.a.O. S. 591)


Als Friedrich Schiller gegen Ende des Aufklärungszeitalters die menschliche Sinnlichkeit zu ästhetisieren empfahl, folgte er keineswegs einem frühromantischen, sondern eher einem anthropologisch-realistischen Impuls: Die Erkenntnis des Richtigen hat nicht zwangsläufig richtiges Verhalten zur Folge. Rationale Aufklärung bedarf, um begründete und engagierte Handlungsweisen entstehen zu lassen, der emotionalen Beteiligung der Menschen, damit die Erkenntnis des Wahren und Guten in emanzipierte soziale Praxis umschlagen kann. Zu diesem Zweck wollte Schiller alle Klassen und Stände zwar auch kognitiven, doch vor allem intensiven affektiven Bildungsprozessen aussetzen, um ihr unzureichendes Einfühlungs- und Verständigungsvermögen zu entwickeln. Bildung benötige nicht nur intellektuelle, sondern auch sensuelle Freiräume und vor allem arbeitsfreie Zeit. Weswegen es dem liberalen Verfechter einer zukünftigen deutschen Republik auch um die Sicherung der materiellen Existenz als Voraussetzung der notwendigen Muße sowohl für die Aufklärung des Verstandes als auch für die Ausbildung des Empfindungsvermögens ging: "Der Mensch ist noch sehr wenig, wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat, aber er muss warm wohnen und satt zu essen haben, wenn sich die bessere Natur in ihm regen soll." (Schiller in: Bolten, S. 50 ff).

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Franziska Röchter:

Interview mit den Machern des lokalen Literaturmagazins "Tentakel" über die Entstehung des Magazins, lokale Literatur und das allgemeine Kunstverständnis.

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